KW 47 – Sei du selbst

KW 47 – Sei du selbst

„Sei du selbst; alle anderen Plätze sind schon besetzt“ (Oscar Wilde)

Wir wollten gemeinsam Essen gehen. Machten uns schick, suchten unsere Outfits raus und verschwanden einer nach dem anderen im Bad. Als ich meinen neuen magentafarbenen Lippenstift auftrug (der übrigens super zur Sommerbräune passt), dauerte es nicht lange bis der Satz kam:

„Wo willst du denn heute noch hin?“

Wir alle kennen diese netten Ratschläge, die in Form von Fragen, mehr bedrückend als hilfreich sind. Findest du nicht…? Willst du wirklich…? Aber hättest du dann nicht…?

Euphorisch freut man sich über eine neue Errungenschaft und den eigenen Mut mal etwas anders zu machen und wird dann prompt gebremst. Auch wenn der Absender der Botschaft es nicht böse meint, sind solche Sätze Gift für die eigene Entwicklung. Oft kommen sie nämlich nicht von einem „Experten“, der wirklich hilfreiche Tipps haben könnte, sondern von Menschen, die von dem Thema eigentlich gar keine Ahnung haben oder vielleicht sogar einfach nur neidisch sind.  Ich habe mich und meine Entscheidungen nach solchen Äußerungen immer wieder in Frage gestellt und mich im Nachhinein geärgert keine bessere oder überhaupt eine Antwort gehabt zu haben.

In solchen Situationen zeigt sich, wer wirklich selbstbewusst hinter seinen eigenen Entscheidungen steht. Hierbei geht es nicht nur um einen Lippenstift oder ein Outfit. Dieses Gefühl mich rechtfertigen und erklären zu müssen hatte und habe ich auch oft, wenn es um meine berufliche Zukunft geht. Eine Zeit lang hat es mich sehr gewurmt, nicht den perfekten Lebenslauf zu haben: Schule, Studium und direkt Traumjob. Ich war nie eine von denen, die schon mit sechs Jahren wusste, was sie werden will. Nur so nebenbei, dann wäre ich jetzt Popstar. Und ich hatte auch kein Studium, bei dem sofort klar war, was ich danach machen werde. Erst von Hausarbeit zu Hausarbeit merkte ich, welche Leidenschaft in mir schlummerte. So wurden Gespräche über mein Studium (Sozial- und Kulturwissenschaften) und das damit verbundene Jobziel zu einem anstrengenden Frage-Antwort Spiel.

Aber hättest du dann nicht was anderes studieren müssen? 

Sophia Amoruso nennt es #GIRLBOSS, der Rapper Kollegah „Alpha“. Im Endeffekt dreht es sich um die gleiche Message: Es ist dein Leben, mach was du willst! Sei erfolgreich indem du anders bist. Beide stärken die Andersdenker. Menschen, die einfach mehr wollen und aus der Reihe tanzen. Wer das Buch #GIRLBOSS gelesen hat, weiß ganz genau, dass Sophia immer und überall aneckte und trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen so erfolgreich wurde. Als ich die erste Strophe von Kollegah – „Wie ein Alpha“ gehört habe, hatte ich tatsächlich Gänsehaut und versteht mich jetzt nicht falsch, ich bin nun wirklich eigentlich gar kein Kollegah Fangirl, aber irgendwas machten diese Zeilen mit mir…

„Manchmal fühlst du dich wie ein Niemand und verlassen
Allein auf der Welt, kannst dich auf niemanden verlassen
Deine Pläne nur Träumereien
Und dein Freundeskreis nix als Heuchlerei
Das Leben spuckt auf dich
Deine Träume wie die Wand in deinem Zimmer, wo der Putz abbricht, Schluss damit!
Zeit, dass du neu tapezierst
Also atme tief ein, atme aus und entfach das Feuer in dir!“

Das Buch #GIRLBOSS fällt schon durch sein Cover im Bücherregal auf und je mehr man von Sophia Amoruso erfährt, umso inspirierender findet man sie. Eine ungewöhnliche Frau, mit einer chaotischen Vergangenheit und einem fast schon märchenhaften Aufstieg.

„Ein #GIRLBOSS ist eine Frau, die ihr Leben selber bestimmt. Sie bekommt, was sie will, weil sie dafür arbeitet. Als #GIRLBOSS übernimmst du das Steuer und die Verantwortung. Du bist eine Kämpferin – du weißt, wann du austeilen und wann du dich anpassen musst. Manchmal brichst du die Regeln, manchmal befolgst du sie, aber das bestimmst du immer selbst. Du weißt, wohin du zielst, musst auf dem Weg dorthin aber auch Spaß haben. Dir ist Ehrlichkeit wichtiger als Perfektion. Du stellst Fragen. Du nimmst dein Leben ernst, nimmst dich aber selber nicht so ernst. Du machst dich daran, die Welt zu erobern und sie dabei zu verändern. Du bist einfach knallhart”

– schon ein extrem pushender Klappentext, oder?

So wie es Sophia vorhergesagt hat, hat das Buch mich geprägt und mir geholfen solche „netten“ Ratschläge abzuschmettern und vor allem nicht mehr dem perfekten Lebenslauf hinterher zu trauern. Mein Weg ist gut so wie er ist und auf die Frage „aber hättest du dann nicht was anderes studieren müssen?“ antworte ich mittlerweile mit „Nein, das war genau richtig so“.

Meine Botschaft diese Woche ist: Du musst es niemanden erklären, außer dir selbst. Wenn du es genau so haben möchtest, dann mach es einfach so. Es ist schließlich Dein Leben und Du allein spielst darin die Hauptrolle, eben mit oder ohne magentafarbenem Lippenstift.

Hab eine schöne Woche!

Deine Solveig

 

 

 

 

 

 

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