KW 50 – besinnlich oder stressig?

KW 50 – besinnlich oder stressig?

Man fühlt sich wie ein Fisch, der gegen den Strom schwimmt. Egal in welcher Richtung und auf welcher Seite, überall herrscht ein totales Gewusel. Einzelne Stimmen, die in der Masse untergehen, steigen gemeinsam mit Musik zu einem fast unerträglichen Lärmpegel an. Einkaufstüten bleiben unvorsichtig an den vorbeikommenden Passanten hängen. Es wird gedrängelt, gerempelt und gemeckert und an jeder Ecke gibt es einen neuen Duft: Pommes, heiße Maronen, Glühwein, Zigaretten und Parfüm.

Darf ich vorstellen, die Schildergasse in Köln in der Adventszeit. Eine absolute Reizüberflutung

Jetzt sitze ich hier auf meinem Sofa und bin schon nach zwei Stunden Kölner Innenstadt fix und fertig. Meine To-do-Liste habe ich erfolgreich abgearbeitet, meine Nerven allerdings auch. In der ersten Stunde in der Shoppinghölle hatte ich sogar noch Spaß. Ich beobachtete die Leute und ihre Outfits, bummelte durch die einzelnen Gänge und nahm mir bei der Suche nach einem Kaffeebecher für meinen Großvater enorm viel Zeit. Der Wunsch war: dünn, leicht, zylinderförmig und keine hässliche Farbe oder irgendwelche Muster. Kaum hatte ich ein schlichtes Modell in der untersten Etage eines Kaufhauses gefunden, verspürte ich direkt ein Erfolgserlebnis und machte mich an den nächsten Punkt auf meiner Liste: Auf zu Lush. Das Gute an diesem Laden ist ja, du musst dich gar nicht lange nach ihm umschauen, folge einfach deiner Nase und schon bist du da. Ich zwängte mich also durch die 10 Quadratmeter mit 100 Kunden und gefühlten 50 Mitarbeitern, entdeckte meine zwei Produkte und verließ nach rekordverdächtigen 5 Minuten den überfüllten Seifentempel. Als ich allerdings wieder einen Blick auf meine Liste warf und bemerkte, dass ich gemeinsam mit dem Kaffeebecher auch Punkt 3 im Kaufhaus hätte abhaken können, verdrehte ich die Augen und ein Stressgefühl machte sich breit. Also wieder zurück durch die Menschenmassen und nochmal durch dieses ekelige, warme Kaufhausgebläse am Eingang. Als ich endlich alles gefunden hatte und auf dem Weg nach Hause war, kam ich an einem vollen Weihnachtsmarkt vorbei und fragte mich: „Und was ist daran nun besinnlich?“.

Die Weihnachtszeit, so sehr ich sie auch liebe, ist leider gefüllt mit vielen potentiellen Stresssituationen. Abgesehen von den ganzen Vorbereitungen und Einkäufen, können Familien- und Firmen-Weihnachtsfeiern und schon ein kurzer Weihnachtsmarktbesuch für mich ziemlich ermüdend sein. Viele Menschen, die alle keine Zeit zum Warten haben. Laute Gespräche, da jeder gehört werden will und dann dieser Druck es allen recht machen zu wollen. Jedes Geschenk soll individuell sein und eine Freude bereiten. Man möchte zeigen, dass man den Anderen wertschätzt und dass man sich Gedanken gemacht hat. So richtig entspannt, ist man dann erst Heiligabend, wenn man vollgegessen und leicht betrunken in einem Haufen Geschenkpapier sitzt und die glücklichen Gesichter betrachtet.

In unserer Familie sind wir uns dieses Jahr alle einig: Weihnachten wird entspannt. Wir stressen uns nicht mit der Menüwahl (Fleisch/Fisch/Veggie?), wir diskutieren nicht über Gesellschaftsspiele (nicht jeder ist so spielbegeistert wie ich) und wenn es einen Baum gibt, dann ohne großes Schmuck-Drama. Wir wollen einfach die gemeinsame Zeit genießen. Ob das auch so klappt, ist eine andere Sache. Dieses Jahr gehe ich bewusst auf meine sensible Seite ein und habe mir für die Weihnachtszeit ein paar Dinge vorgenommen (außer den zwei Stunden in der Schildergasse hat es bis jetzt auch sehr gut funktioniert):

Wenn ich Zeit für mich brauche, dann nehme ich sie mir und plane auch gezielt Tage oder Wochenenden ein, an denen ich nichts zu tun habe.

Früh genug mit der Geschenke- „Planung“ anfangen. Je näher Weihnachten rückt, umso stressiger wird es.

Ich höre auf meinen Körper. Wenn ich merke, der Weihnachtsmarkt oder die Tanzfläche sind mir zu voll, suche ich nach einem besseren Plätzchen oder gehe nach Hause.

Ernährung: In der Adventszeit isst und trinkt man bekanntlich nicht immer die gesündesten und leichtesten Dinge. Dies führt allerdings auch dazu, dass man sich voll, müde und faul fühlt. Ich greife also 1-2 Mal weniger in die Süßigkeitenschale und zum leckeren Gläschen (toi toi toi, bis jetzt war ich auch noch fleißig beim Sport, ich war allerdings auch noch nicht bei meiner Familie…).

Einfach genießen und ausruhen. Mein Silvester dieses Jahr verbringe ich entspannt und ohne großen Stress auf dem Familiensofa.

Ich hoffe ich kann ein paar dieser Dinge umsetzen. Es geht nicht um einen Baum oder um Geschenke. Das Wichtigste ist schließlich, die Zeit mit seinen Liebsten zu verbringen.

Was sind deine Tipps für eine stressfreie Adventzeit? Schreib sie mir gerne in die Kommentare.

Ich wünsche Dir eine schöne Adventszeit!

Hab eine schöne Woche.

Deine Solveig

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2 Kommentare

  1. Lena
    16. Dezember 2018 / 19:58

    Du sprichst mir aus der Seele! Schön auf dem Weihnachtsmarkt oder in der Stadt bummeln ist leider kaum noch möglich. Die Schildergasse und die Hohe Straße habe ich in der Vorweihnachtszeit am Wochenende komplett versucht zu meiden, nachdem ich mal 10 Minuten an der gleichen Stelle stand, weil es so voll war. 😅 Ich habe mir für die Geschenke schon das Jahr über eine Liste gemacht und alles im November besorgt. Alles was möglichst früh schon erledigt werden kann, habe ich dieses Jahr auch gemacht, damit der ganze Stress am Ende nicht über einem zusammenbricht. Ansonsten verbringen wir Weihnachten so entspannt wie möglich und machen uns auch keinen Druck und Stress mehr! Hauptsache man ist zusammen und der Rest ergibt sich dann von allein. 😊 Ich wünsche dir auch eine schöne Weihnachtszeit! 💕

    • Solveig
      Autor
      17. Dezember 2018 / 14:50

      Ohja! Die Geschenke werde ich definitiv auch nächstes Jahr im November schon kaufen, aber man schiebt es dann doch wieder vor sich her. Danke für deinen lieben Kommentar, Lena! Ich wünsche dir und deiner Familie auch eine schöne, entspannte Weihnachtszeit 🙂

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