KW 51 – Weihnachten

KW 51 – Weihnachten

„Manche Menschen sind es einfach wert, für sie zu schmelzen“ – Olaf (Frozen)

Letzte Woche habe ich über den Stress in der Vorweihnachtszeit geschrieben. Über ermüdende Einkäufe und überfüllte Weihnachtsmärkte. Ich habe aber auch erwähnt, dass ich Weihnachten liebe und diese Woche möchte ich erzählen wieso…

Abgesehen von dem konsumorientierten Teil, ist Weihnachten das Fest der Liebe und der Familie. Wie oft im Jahr kommt es schon vor, dass alle Familienmitglieder gleichzeitig frei und keine weiteren Pläne haben? Endlich können alle gemütlich beisammensitzen und von ihren Erlebnissen und Plänen aus dem fast vergangenen Jahr berichten. Es gibt genügend Zeit, neben dem obligatorischen Raclette-Abend und einer feuchtfröhlichen Partie Uno oder Rummykub auch noch mehrere Weihnachtsfilme (bitte nichts mit Kevin allein irgendwo…) zu gucken und den Baum zu schmücken. Je mehr elektrische Kerzen und Kugeln an der Tanne befestigt werden, umso präsenter wird die wirklich besinnliche Weihnachtsstimmung. Unsere Deko ist überwiegend rot und ein kleiner Mix aus Altem und Neuen. Vieles ist sogar noch von meinen Urgroßeltern. Kleine Glöckchen mit charmanten Beulen, die schon meine Mama als Kind an den Baum hängen durfte. Ich liebe es den Baum zu schmücken, das Leuchten und Glitzern versprüht in der dunklen Jahreszeit Wärme und Gemütlichkeit.

 

 

An Weihnachten ticken bei uns die Uhren ganz anders. Der Tag startet gemütlich und langsam begibt sich jeder runter an den Frühstückstisch. Köstlicher Kaffeeduft, Frühstückseier, Lachs und frische Brötchen warten schon auf ihren Verzehr. Nach einem ausgiebigen, man könnte es schon eher einen Brunch als ein Frühstück nennen, macht sich dann einer nach dem anderen im Bad fertig, während der Rest mit dem Hund Gassi geht oder die Ruhe auf dem Sofa genießt. Keine Termine und keine Verpflichtungen, man darf offiziell faul sein und die Kuschelsocken auch mal den ganzen Tag anlassen. Weihnachten fühlt sich also wie ein langer, fauler Sonntag an, nur dass man nach einem freien Tag nicht wieder direkt in den Alltag zurück muss.

Ich werde zu Weihnachten immer ein bisschen melancholisch. Denke über das vergangene Jahr nach: Mit welchen Personen hat es begonnen? Mit welchen wird es jetzt enden? Habe ich genug Zeit mit meinen Liebsten verbracht und ihnen gezeigt, wie viel sie mir bedeuten? Es ist allerdings keine schwere oder belastende Melancholie. Ich schwelge gerne in der Vergangenheit. Es ist schön, wenn Geschichten oder Lieder alte Erinnerungen hervorrufen und man gemeinsam lachen und weinen muss.

 

 

O Tannenbaum, o Tannenbaum,
dein Kleid will mich was lehren:
Die Hoffnung und Beständigkeit
gibt Kraft und Trost zu jeder Zeit.
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
dein Kleid will mich was lehren.

(Dritte Strophe)

Es ist das erste Fest ohne meinen Großvater. Das erste Weihnachten ohne Kartoffelsalat und Würstchen und ohne einen lauten Fernseher, auf dem die meiste Zeit der Teletext zu sehen ist. So oft man auch in der Vergangenheit bei diesen kleinen Eigenarten die Augen verdreht hat, so sehr merkt man jetzt, dass sie fehlen.

Ich liebe die Weihnachtszeit, da sie für mich voller Liebe, Hoffnung und Beständigkeit ist. Es ist eine entspannte Zeit, die ich gemeinsam mit meiner Familie verbringe. Eine Zeit, in der ich die romantische Stimmung genieße, mich erinnere und über das Jahr nachdenke. So stressig auch die Vorbereitungen sein können, ich könnte mir keinen besseren Abschluss für ein Jahr vorstellen.

Ich wünsche Dir und Deiner Familie eine schöne Weihnachtszeit!

Deine Solveig

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