KW 12 – meine ganz eigene Fastenzeit

KW 12 – meine ganz eigene Fastenzeit

Momentan befinden wir uns mitten in der Fastenzeit. Von Aschermittwoch bis Palmsonntag verzichten also viele mit oder ohne religiösem Hintergrund auf Alkohol, Zucker, tierische Produkte und vieles mehr. Und auch ich muss auf einiges verzichten und das war nicht ganz freiwillig.

Meine Fastenzeit ist dieses Jahr eine “Sparzeit”, denn wenn das Gehalt von Voll- auf Teilzeit schrumpft, müssen sich auch die Ausgaben anpassen und das war zunächst gar nicht so einfach. Normalerweise lernt man spätestens in seiner Studienzeit wie man sparsam mit Geld umgeht. Zum ersten Mal muss man Miete und Rechnungen selber bezahlen. Einnahmen und Ausgaben überblicken und richtig kalkulieren. Ich war allerdings (finanziell) nie die typische Studentin. Meine Fixkosten waren viel kleiner als meine Einnahmen (von der 220€ Miete träume ich heute noch) und so konnte ich oft Essen und Shoppen gehen und das Studentenleben in vollen Zügen genießen. 100 € für neue Schuhe? Kein Problem. Spontanes Wochenende in Hamburg mit Konzert? Auch kein Problem. Ich musste also nie wirklich im Alltag sparen.

“Wie stelle ich das nun an?”

Auf einmal sparen zu müssen, obwohl man es vorher nie richtig verinnerlicht hatte, war ziemlich schwierig. Was mir anfangs Sorgen und Bauchschmerzen bereitet hatte, wurde dann aber mit der Zeit zu einer spaßigen “Challenge”.

Überblick – zunächst nahm ich mir den Ratschlag meiner Mutter zu Herzen und verschaffte mir einen Überblick über meine monatlichen Kosten. Glaubt es oder nicht, bis vor einem Monat wusste ich nicht wann welcher Betrag von meinem Konto abging. Dieser Überblick ist super wichtig, verschafft einem enorme Kontrolle und lies bei mir auch die anfänglichen Bauchschmerzen direkt verschwinden.

Kosten minimierennun wusste ich also was ich ausgeben darf und was nicht. Der nächste Schritt war mein Konsum- und Kaufverhalten auf dieses Budget anzupassen. Ich fing an “unnötige” Kosten zu minimieren. Ich kündigte den “TVNOW” Premium Account (ich musste ja im Januar den Bachelor gucken) und pausierte meine Sport-Mitgliedschaft (habe in den nächsten 2 Monaten eh keine Zeit dazu). Außerdem kündigte ich eine Spende, denn auch wenn die lieben Menschen auf der Straße einem immer versuchen zu erzählen, dass 10 € im Monat nicht viel Geld sind – 10€ im Monat mehr zu haben macht viel aus!

Bewusstsein –  für mich war es immer selbstverständlich nicht über den zweiten Kaffee oder den zweiten Wein beim Ausgehen nachzudenken. Ich habe auch nicht über den Preis nachgedacht und hätte man mich gefragt was zwei Karotten beim Aldi kosten, hätte ich gelacht und “keine Ahnung” geantwortet. Jetzt weiß ich es – 30 Cent. Ich bin aus Faulheit oft zum näheren Rewe, anstatt zum Aldi gelaufen und habe dort unnötig viel Geld für Kleinkram ausgegeben. Beim Punkt “Bewusstsein” geht es mir nicht darum, sich nichts mehr zu gönnen, geizig zu werden oder nur noch billig einzukaufen – ganz im Gegenteil. Es ist nur wichtig, sich diese Kleinigkeiten im Alltag bewusst zu machen und dabei hilft mir zum Beispiel Bargeld.

Bargelddiesen Tipp habe ich von einer Freundin übernommen. Sie lässt ihre Karte zuhause und kalkuliert sich ihr Bargeld ein. Mal eben hier 3 Euro mit Karte und mal eben da 5 Euro mit Karte fallen am Ende des Tages nämlich weniger auf, als ein leerer Geldbeutel. 

too good to go – Anlässlich meiner “Sparzeit” habe ich diese Woche auch die App “too good to go” ausprobiert und mir eine volle Tüte beim Bäcker abgeholt. Ich war so happy über mein Ersparnis und darüber dass ich Essen vorm Wegwerfen gerettet hatte, dass direkt ein Mann, der mich nach einem Euro gefragt hatte, ein Brötchen abbekam. Mit “too good to go” könnt ihr wirklich leckeres Essen retten und Geld sparen – probiert es mal aus. 

“Über Geld spricht man nicht” – ganz im Gegenteil! Also ich will euch jetzt nicht ermutigen raus zu rennen und jedem von eurer finanziellen Lage zu erzählen. Andauernd bei einem Restaurant- oder Barbesuch über seine Schulden zu sprechen oder bei einem Monopolyspieleabend die ganze Zeit von seinem realen vollen Konto zu prahlen, kann ein totaler Abturner sein. Allerdings sollte man so ein wichtiges Thema wie Geld nicht tabuisieren. Ich habe in letzter Zeit zum Beispiel zufällig mit zwei Freundinnen über das Thema Sparen gesprochen und dabei wertvolle und hilfreiche Geschichten und Tipps gehört.

Zu sparen, mir Bargeld einzuteilen und zu kalkulieren was ich noch ausgeben kann, will und muss macht mir mittlerweile so viel Spaß, dass ich es eher als eine kleine Challenge empfinde, als als eine negative “Kürzung”. Mal sehen wir lange mir meine “Sparzeit” noch Freude bereitet. Für die Zukunft und für den generellen Umgang mit Geld habe ich aber jetzt schon viel gelernt.

Ich wünsche Dir eine sparsame und bewusste Woche!

Deine Solveig

 

 

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