Oh, du schönes Amsterdam

Oh, du schönes Amsterdam

„Wenn du ein Wein wärst, wie wäre dann deine Kurzbeschreibung?“ fragte ich und blickte von der Weinkarte hoch. Wir lachten. Auf der Karte im „Mata Hari“ Restaurant im Red Light District wurde jeder Wein mit drei mehr oder weniger aussagekräftigen Worten beschrieben. „Sweet“, „fruity“, „elegant“ oder auch „crunchy“. „Ich hätte definitiv einen Touch Broccoli“, antwortete ich ungefragt  – ich war glücklich, es war einfach ein perfektes Wochenende und genau das, was ich gerade brauchte…

Ganz spontan entschieden eine Freundin und ich ein Wochenende im Mai weg zu fahren. Aus dem „Kommst du nach Köln?“ oder „Fahre ich nach Oldenburg?“ wurde ohne groß zu zögern ein „wir fahren gemeinsam nach Amsterdam“. Mit dem Bus machten wir uns am Samstagmorgen auf den Weg in die Stadt der Tulpen, Sünden und Fahrräder. Unsere Fahrzeiten waren perfekt aufeinander abgestimmt, sodass wir fast zeitgleich in Amsterdam Sloterdijk ankamen. Die Sonne strahlte, wir waren happy uns endlich mal wieder zu sehen und der Prosecco in meinem Koffer war zwar nicht mehr kalt, dafür aber prickelnd.

Unsere Unterkunft „Hotel Oosterpark“ war im Osten von Amsterdam, in der Nähe des Tropenmuseums und des „Artis“ Zoos. Die Fahrt von Sloterdijk zu unserem Hostel war relativ unkompliziert und wären wir nicht trotz Navi einfach schnurstracks an dem gelben Hotelschild vorbeigelaufen, hätte die Anreise dort nicht mal eine Stunde gedauert. 

Nachdem wir unsere kleinen Koffer ausgepackt und uns in andere Klamotten geworfen hatten, suchten wir direkt die erste Foodlocation. Ganz in der Nähe unseres Hostels gingen wir spontan ins Caffe Milo und hatten ein super leckeres Sandwich mit Ziegenkäse, Kürbis und Nüssen. Das Brot („Toast“) war göttlich!

Um uns erstmal einen Überblick zu verschaffen, ging es als Nächstes weiter ins Zentrum hinein und hoch hinaus. Wir starteten ein kleines Touriprogramm und fuhren von der Central Station mit einer Minifähre rüber zum A’DAM Lookout. Von dem Aussichtsdeck hat man nicht nur einen tollen Panoramablick über die ganze Stadt, hier oben gibt es auch eine Rooftop Bar mit entspannter Musik.

Schon während der Planung in Deutschland suchte ich interessante Museen raus die ich unbedingt besuchen wollte. Eines davon war das Museum of Prostitution „Red Light Secrets“. Das ehemalige Bordell sollte einen in eine verborgene Welt führen. Es versprach neben spannenden Geschichten auch interessante Hintergrundinformationen. Wir waren uns aber leider einig, so ganz begeistert waren wir von der Umsetzung nicht. Die Audio-Begleitung war eher platt, als informativ oder sexy und das muffige Bordell war eher beengend, als spannend. Die 14,50€ für das Ticket kann man ausgeben, muss man aber auch nicht. Ich würde sogar eher eine Tour durch den Red Light District (De Wallen) empfehlen. Das Rotlichtviertel ist voller Leben. Überall sind Bars, Buden, aber auch Restaurants und hier sind wir ganz zufällig auf unser Highlight des ersten Tages gestoßen: das Mata Hari. Das charmante Restaurant erinnerte ein bisschen an eine Bar aus alten Zeiten. In der Ecke steht ein Klavier, die Toiletten haben Schwingtüren und man wartet eigentlich nur noch auf eine hübsche Frau mit Korsett und Federschmuck. Wir teilten uns verschiedene Vorspeisen „Mezze“, tranken Aperol Spritz und Weißwein und kamen aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus – „Oh‘s“ folgten auf „Mhhh‘s“ und „Ah’s“. Wenn du also das nächste Mal in Amsterdam bist, musst du unbedingt ins Mata Hari gehen.

Am Sonntag starteten wir direkt mit einem nächsten Foodspot. Über Instagram entdeckten wir das Stacked T’s. Hier gibt es neben tollem Kaffee, schöne UND leckere Sandwiches und eine super liebe Bedienung. Wir hatten jeder ein fancy Avocadobrot und teilten uns den “Nutty Professor” – ein süßes Sandwich mit Banane, Erdnussbutter und Marshmallows. Das Stacked T’s findest du im Westen von Amsterdam. Hier kann man nur mit Karte bezahlen.

Danach schlenderten wir durch den Westen Amsterdams an den Grachten entlang. Unser Ziel war das „Tassenmuseum“. Auf dem Weg gingen wir in die verschiedensten Läden und genossen einfach das Wetter. Dabei entdeckten wir auch den Second Hand Laden “Zipper” – ein super cooler Vintage Store mit einer großen Auswahl und ohne muffigen Geruch. Für einen Fußweg von 30 Minuten brauchten wir so fast 2 Stunden, aber mit tollen Fotos und neuen Klamotten kamen wir dann glücklich am Museum an. 

Das Tassenmuseum hatte ich ebenfalls im Vorfeld der Reise schon rausgesucht. Hier kannst du dir für 13€ die 500-jährige Geschichte der westlichen Damenhandtaschen angucken. Die Ausstellung war entspannt und wir spazierten gemütlich hindurch. Vom großen Louis Vuitton Koffer bis zur kleinen Chanel Bag war alles vertreten. 

Den Sonntagabend verbrachten wir in den Foodhallen, ebenfalls in Amsterdam West. Hier hatten wir die Qual der Wahl und mussten uns zwischen den 21 Ständen entscheiden. Ich weiß ja nicht wie es dir geht, aber für mich haben solche “Hallen” und “Märkte” immer etwas super kreatives. Sie sind voller Leben und Leidenschaft – so voller Genuss, dass es schon Spaß macht einfach alles zu beobachten. Wir probierten uns durch die Stände “Maza”, “Txosta” und “Petit Gateau”.

Danach gab es noch einen Absacker ganz in der Nähe von unserem Hostel, in der Bar Botanique. Die wunderschöne Bar haben wir ebenfalls über Instagram entdeckt. Die Inneneinrichtung ist ein Traum – Urlaubsgefühle garantiert. 

Am letzten Tag verfolgten wir weiter das Motto “entspannt statt stressig” und peilten nach dem Auschecken ein Café an, was wir am Tag zuvor aus der Straßenbahn entdeckt hatten. Das Coffee & Coconuts im Süden von Amsterdam entpuppte sich als super trendy. Nach 10 Minuten Warten bekamen wir einen Tisch und konnten mit Abstand den besten Kaffee des Wochenendes (ich will nicht unseres Lebens schreiben, das wäre vielleicht zu dramatisch) trinken. “Wie eine weiche Wolken-Bettdecke” – “Oh, mein Gott” – wir brauchten mindestens 5 Minuten um uns zu beruhigen. 

Den Rest des Tages bummelten wir noch durch die Gegend. Gingen zum Anne Frank Haus (unsere Reise war leider zu spontan, um noch Tickets zu bekommen), liefen am Königspalast vorbei, besuchten noch ein paar Läden und bevor wir wieder in unsere Busse stiegen, gönnten wir uns noch eine leckere Kartoffel bei Jacketz.

Weißt du was das Schönste an diesem Wochenende war? Wir haben uns zu keinem Zeitpunkt gestresst. Wir haben uns morgens keinen Wecker gestellt. Wir haben unseren Tag nicht vollgepackt mit tausend Sehenswürdigkeiten und To-do’s.  Wir haben einfach die Stadt genossen und deshalb wurde wahrscheinlich auch aus einem Citytrip eher ein Foodtrip. Amsterdam hat sich wirklich von seiner besten Seite gezeigt und ich war von den Menschen, der Architektur, der Kultur und von dem Essen einfach nur begeistert. Es gibt noch so viel zu entdecken und zu genießen – ich bin mir sicher, ich komme wieder. 

Warst du auch schon mal in Amsterdam und hast weitere Tipps? Dann schreib sie doch gerne in die Kommentare.

Ich wünsche Dir eine wunderschöne Woche! 

Deine Solveig

 

Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung durch Namen/Marken-Nennung und Verlinkung.

3 Kommentare

  1. Vanessa Lenz
    6. Juni 2019 / 13:07

    Mega Eintrag! Schön und gefühlvoll geschrieben.
    Wenn ich nach Amsterdam fahre kaufe ich mir keinen Guide, sondern benutze einfach deinen Blog 😍

  2. Leonie
    7. Juni 2019 / 12:57

    Toller Beitrag, ich lieebe die Fotos! Wie perfekt die harmonieren 🤩 Und Tipp: The Avocado Show falls man einen Platz bekommt. Hab ich dir ja schon erzählt 😏

    • Solveig
      Autor
      10. Juni 2019 / 16:31

      Danke Dir 🙂 Uh ja, da muss ich auch unbedingt das nächste Mal hin.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.