KW 41 – Zwei Cosmo’s bitte

KW 41 – Zwei Cosmo’s bitte

„Wir sind keine Saufkumpaninnen, die befreundet sind, um zu trinken, sondern wir trinken um zu reden“(Elisabeth Raether „Die trinkende Frau“)

Letztens traf ich spontan eine Freundin nach der Arbeit und als wir zum krönenden Abschluss, kurz vor 10 zwei Cosmopolitan bestellten, wurde mir bewusst, was ich an solchen kleinen, spontanen Abenden so sehr liebe. Sie sind unaufgeregt und echt. Kein großes Tamtam, kein mächtiger Aufwand – nur zwei Freundinnen mit ehrlichen Gesprächen und leckeren Drinks.

Als Teenie habe ich es wortwörtlich gefeiert, jedes Wochenende mit einem neuen glänzenden Outfit und einer ebenso oft wechselnden Gruppe von Freunden in die Disco zu gehen. Nach mehreren Stunden im Bad ging es zum Vorglühen und dann weiter in die Disse. Es sollten legendäre und unvergessliche Nächte werden. Was ich davon noch weiß? Die Deichmann High Heels blieben meistens schon während der Hinfahrt in der neuen Strumpfhose hängen, das Taft Haarspray der Girls vermischte sich gemeinsam mit dem Axe Deo der Boys zu einer unerträglichen Duftwolke und der Weg-zurück-Döner passte perfekt in die C&A Clutch. (Letzteres ist irgendwie fast schon ein witziger Fun Fact)

Jetzt, fast 10 Jahre später, trinke ich lieber Wein, statt Bacardi Razz und verbringe das Wochenende lieber in ruhiger Atmosphäre als mit Taio Cruz und Flo Rida.

Wozu auch der ganze Zirkus?

Wenn ich nämlich an unvergessliche Momente mit Freunden und Drinks denke, fallen mir nicht die aufwendigen Disconächte meiner Teeniezeit ein. Nein, ich erinnere mich viel lieber an Abende im Schneidersitz auf dem Boden meines WG-Zimmers. An spontane Lachflashs und ebenso spontane Tränenausbrüche. Ich erinnere mich an geteilte Geheimnisse und Offenbarungen, an gemeinsame Ziele und Wünsche und vor allem an die vielen Männer- und Sexgeschichten.

Drinks locken bei unseren Mädelsabenden die interessantesten Geheimnisse hervor. Ohne einen guten Drink, würden wir wahrscheinlich über viele Themen nicht so offen und belustigt reden. Wir würden wahrscheinlich nicht über versendete „Nudes“ lachen, laut über verflossene Affären nachdenken oder über Schamhaarfrisuren und schöne Penisse diskutieren. Was uns im stocknüchternen Zustand also nicht so leicht über die Lippen kommen würde, schafft nach dem zweiten Glas Wein oder einem guten Cosmopolitan Gemeinsamkeiten und Nähe. Deshalb danke ich “meiner Entwicklung” in den letzten 10 Jahren, die mich zu diesen legendären, aber vor allem spontanen Abenden geführt hat. Danke für die verschwundenen Deichmann High Heels, danke für gute Freunde, ehrliche Gespräche und leckere Drinks und um es mit Elisabeth Raethers Worten zu beenden: wahrscheinlich „verdanken wir es (manchmal) nur dem Alkohol, dass wir so viel übereinander wissen“.

Ich wünsche Dir eine wunderschöne Woche

Deine Solveig

 

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