KW 46 – petite confession

KW 46 – petite confession

„Die meisten Menschen haben vor der Wahrheit mehr Angst als vor einer Lüge“

(E. Ferstl)

Wenn man klein ist, hört man oft: „Nein, das sagt man nicht“, „Nein, das macht man nicht“, „Nein, so verhält man sich nicht“ und auch wenn ich eine Verfechterin guter Erziehung bin, glaube ich, dass diese gesellschaftlichen Regeln uns oft davon abhalten ehrlich über unsere Gefühle zu reden. Dass sie uns davon abhalten, offen über Ängste, vermeintliche Fehler und kaschierte Realität nachzudenken.

Meine vergangene Woche war voller kleiner Geständnisse. Geständnisse von Frauen, die unterschiedlicher nicht seien könnten und doch haben sie für mich alle etwas gemeinsam. Sie waren mutig genug sich angreifbar zu machen und verletzlich zu zeigen. Sie waren mutig genug über Dinge zu sprechen, über die andere meistens schweigen.

 „Ich habe mit ihm geschlafen, weil es einfach war als Nein zu sagen“

 „Ich habe die Aufmerksamkeit von einem anderen Mann genossen, obwohl ich vergeben bin“

 „Ich führe eine offene Beziehung und bin einfach glücklich damit“

 „Ich vermisse meinen Exfreund, obwohl er nicht gut für mich ist“

 

Diese Geständnisse sind eigentlich nichts Besonderes, beziehungsweise sollten sie eigentlich nichts Besonderes sein, denn ich wette, das ein oder andere davon haben wir alle schon einmal getan, gesagt oder gefühlt. Es ist nun mal die Realität. Über die aber niemand spricht.

Wenn Menschen von ihren vermeintlichen Schwächen erzählen, dann erst, wenn meistens alles vorbei ist. Erst, wenn das sogenannte Gras über die Sache gewachsen ist und man im Perfekt darüber berichten kann. Über die Vergangenheit ehrlich zu sprechen, ist einfacher als über den aktuellen Status quo. Dabei tut man sich nicht nur selbst einen großen Gefallen. Wenn man ehrlich zu sich selber ist, gibt man auch anderen das Gefühl, dass es völlig okay ist, nicht immer alles so zu machen wie traditionell vorgesehen. Dass es okay ist, sich nicht immer zu 100% sicher zu sein und dass es okay ist, nicht immer alles im Griff zu haben. Wenn wir also unsere kleinen Geständnisse machen, helfen wir auch anderen sich einzugestehen, dass sie nicht immer perfekt sein müssen. Dass sie nicht Gefühle unterdrücken müssen, nur um in das gesellschaftliche Konstrukt zu passen. Dass sie frei und ehrlich entscheiden können wie sich fühlen und was sie jetzt machen. Darum sei du doch vielleicht auch diese Woche mal mutig und mach deinen Freundinnen ein kleines Geständnis.

Sei ehrlich und mutig und dadurch eine Inspiration für andere.

Ich wünsche dir eine wundervolle Woche!

Deine Solveig

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